Wir stehen vor großen Herausforderungen, die Stadt und Landkreis unterschiedlich betreffen, aber eng miteinander verbunden sind. Dieses Wahlprogramm gilt für die Stadt Schweinfurt ebenso wie für den Landkreis Schweinfurt.
Die Wälzlager- und Automobilindustrie, der Motor der regionalen Wirtschaft, schwächelt seit Jahren ohne Aussicht auf kurzfristige Besserung. Die Lebenshaltungs- und Mietkosten in Stadt und Landkreis steigen deutlich stärker als in vergleichbaren Regionen. Die Kinderarmutsquote liegt im bayernweiten Vergleich seit Jahren auf einem der höchsten Plätze. Ebenso ist fast jede fünfte Person über 65 von Armut bedroht.
Nach Jahren hoher Gewerbesteuereinnahmen und entsprechender Haushaltsüberschüsse stehen Stadt und Landkreis nun vor spürbaren Einschnitten. Besonders betroffen ist der soziale Bereich – also genau der Teil kommunaler Aufgaben, der Bürgerinnen und Bürger zuerst konkret im Alltag trifft. Die kommenden Haushalte müssen sich deshalb konsequent an den Bedürfnissen der Menschen orientieren, nicht an den Interessen großer Unternehmen. Eine Stadt oder eine Region darf nicht ausschließlich von einem einzigen wirtschaftlichen Standbein abhängig sein. Die Folgen versäumter Chancen zur wirtschaftlichen Diversifizierung der Region zeigen sich nun deutlich. Fehlende finanzielle Mittel und ein daraus entstandener Investitionsstau zwingen uns, vorhandene Ressourcen gezielter einzusetzen.
Wir müssen sie so nutzen und bestehende Strukturen optimieren, dass keine oder nur geringe zusätzliche Investitionen notwendig sind und gleichzeitig gezielt in priorisierte Themen investiert werden kann. Das ist nicht einfach und erfordert umso mehr die Kreativität von uns allen. Gerade deshalb müssen die Beteiligungsmöglichkeiten aller Bürgerinnen und Bürger an der politischen Gestaltung gestärkt werden. Verbesserungsvorschläge und andere Ideen sollen von allen eingebracht werden können und nicht nur von wenigen im Stadt- oder Kreisrat vorgegeben werden.
Die derzeitige Lage lässt sich nicht beschönigen. Wir machen keine unrealistischen Versprechungen, deren Umsetzung sich die Region nicht leisten kann. Stattdessen fordern wir realisierbare Lösungen, die langfristig wirken und nachhaltige Verbesserungen bringen.
Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt gemeinsam an einem Strang ziehen. Es gibt nur einen gemeinsamen Weg, bei dem wir alle mitnehmen und niemanden zurücklassen